Bedarfsgerechte mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Technische Lösung für gute Raumluftqualität, Komfort und Energieeffizienz
In vielen Gebäuden reicht Fensterlüftung allein nicht aus, um dauerhaft eine gute Raumluftqualität sicherzustellen. Besonders in Büros, Verwaltungsgebäuden, Bildungseinrichtungen oder stark genutzten Aufenthaltsräumen kommt es darauf an, Frischluft kontinuierlich und verlässlich bereitzustellen, ohne dabei unnötig Energie zu verlieren. Bedarfsgerechte mechanische Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung bieten hierfür eine technische Lösung, die Luftqualität, Komfort und Energieeffizienz miteinander verbindet. Der Artikel erläutert Funktionsweise, Einsatzbereiche sowie relevante Aspekte für Planung, Betrieb und Nutzung.
Was bedeutet bedarfsgerechte mechanische Lüftung?
Mechanische Lüftung bezeichnet den kontrollierten Luftaustausch über eine Lüftungsanlage. Bedarfsgerecht ist eine Lüftung dann, wenn sie ihre Leistung automatisch an den tatsächlichen Bedarf anpasst – etwa an die Anzahl der anwesenden Personen oder die aktuelle Luftbelastung mit Feinstaub oder CO2.
Als Steuergrößen dienen häufig der CO₂-Gehalt der Raumluft, die relative Luftfeuchte sowie Belegungszeiten oder hinterlegte Nutzungsprofile. Auf dieser Grundlage wird der Luftvolumenstrom erhöht, wenn die Nutzung steigt, und reduziert, wenn Räume nur gering oder gar nicht belegt sind.
Wärmerückgewinnung: Frischluft ohne hohe Wärmeverluste
Ein zentraler Bestandteil moderner Lüftungsanlagen ist die Wärmerückgewinnung. Wie in der Abb. dargestellt, wird dabei die Wärme der abgeführten Raumluft genutzt, um die einströmende Außenluft vorzuwärmen. Zuluft und Abluft bleiben dabei hygienisch getrennt und tauschen ihre Energie über einen Wärmetauscher aus.
Auf diese Weise lassen sich Wärmeverluste deutlich reduzieren, die Zuluft erreicht im Winter ein angenehmes Temperaturniveau und Zugerscheinungen werden vermieden. Gut geplante Anlagen können einen großen Teil der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückgewinnen und tragen so wesentlich zur Energieeffizienz des Gebäudes bei.
Bedeutung für Raumluftqualität und Gesundheit
Menschen geben beim Atmen u.a. kontinuierlich CO₂, Feuchtigkeit und Aerosole an die Raumluft ab. In dicht belegten oder gut gedämmten Gebäuden kann sich die Luftqualität ohne gezielte Lüftung rasch verschlechtern. Typische Folgen sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder ein Gefühl verbrauchter Luft.
Eine mechanische Lüftung sorgt für einen gleichmäßigen Luftaustausch, hält CO₂-Konzentrationen auf moderatem Niveau und führt Gerüche sowie überschüssige Feuchtigkeit zuverlässig ab. Darüber hinaus werden aerosolgebundene Belastungen kontinuierlich verdünnt, was insbesondere in stark genutzten Innenräumen zur Reduktion gesundheitlicher Risiken oder von Infektionen beitragen kann.
Bedarfsgerechte Steuerung statt Dauerbetrieb
Ein Dauerbetrieb der Lüftungsanlagen mit konstant hohen Luftmengen ist weder energetisch sinnvoll noch erforderlich. Moderne Lüftungssysteme nutzen daher Sensoren und Regelstrategien, um ihre Leistung automatisch anzupassen.
Typisch sind reduzierte Luftvolumenströme in Pausen, nachts oder am Wochenende sowie eine Erhöhung der Lüftungsleistung bei steigender CO₂-Konzentration, wie in der folgenden Abbildung 2 dargestellt. Die kontinuierliche Erfassung relevanter Raumluftparameter ermöglicht zudem eine laufende Bewertung der Luftqualität im Betrieb, sodass Abweichungen frühzeitig erkannt werden können.
Einsatzbereiche und typische Gebäude
Bedarfsgerechte mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung eignet sich besonders für Büro- und Verwaltungsgebäude, Schulen und andere Bildungseinrichtungen, Besprechungs- und Mehrzweckräume sowie Gebäude mit hohen energetischen Standards.
In diesen Nutzungen ist Fensterlüftung allein häufig nicht ausreichend oder nur eingeschränkt praktikabel, etwa aufgrund von Lärmbelastung, Sicherheitsanforderungen oder ungünstigen Witterungsbedingungen.
Besonderheiten im Gesundheitswesen
In Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens gelten besondere hygienische Anforderungen an die Lüftung. In vielen Bereichen ist ein kontinuierlicher Mindestluftwechsel erforderlich, um die Verdünnung und Abführung potenziell gesundheitsschädlicher Luftbestandteile oder Infektionserreger sicherzustellen.
Bedarfsgerechte Lüftung kommt hier daher nicht im Sinne einer vollständigen Reduzierung der Luftmengen zum Einsatz, sondern innerhalb klar definierter hygienischer Grenzen. Üblich sind Konzepte, bei denen ein Mindestluftvolumenstrom dauerhaft eingehalten und die Lüftungsleistung bei Bedarf zusätzlich erhöht wird.
Während in Funktions- und Behandlungsbereichen hygienische Anforderungen den Betrieb maßgeblich bestimmen, können bedarfsgerechte Strategien in Verwaltungs- oder Aufenthaltsbereichen von Krankenhäusern stärker genutzt werden.
Planung, Betrieb und Nutzung
Damit eine mechanische Lüftung ihre Vorteile entfalten kann, sind eine nutzungsangepasste Auslegung der Luftmengen, eine durchdachte Luftführung im Aufenthaltsbereich sowie regelmäßige Wartung und Filterwechsel erforderlich.
Auch die Information der Nutzenden spielt eine wichtige Rolle. Transparente Anzeigen der Raumluftqualität oder einfache Hinweise zur Funktionsweise können Akzeptanz schaffen und Fehlbedienungen vermeiden.
Im Oberpfälzischen Burglengenfeld plante die PURE Gruppe ein neues Praxiszentrum in einem schon existierenden Rohbau eines Geschäftshauses. Die vier dort behandelnden Allgemeinmediziner*innen teilen sich die Nutzfläche von 290 m² und einen acht Meter langen Empfangstresen, der das Herzstück der Praxis bildet. PURE Gruppe Architektengesellschaft mbH, Regensburg Arztpraxis Umbau 2013 Burglengenfeld, Bayern 318 m2 Beim Betreten der Praxis im 1. Obergeschoss werden die Besuchenden von einem acht Meter langen Tresen empfangen, der im Zentrum platziert das Herzstück der Praxis bildet. Von dort können die Patient*innen auf das Wartezimmer direkt gegenüber, auf eine der beiden Kurzwartezonen im Flurbereich oder in die Sprech- und Behandlungszimmer verteilt werden. Ziel der Planenden war es, die Räumlichkeiten entsprechend ihrer Anforderung an Diskretion um den zentralen Empfangstresen anzuordnen. Hinter dem Empfangstresen befinden sich die Personalräume: das Backoffice, der Sozialraum, ein Büro inklusive Archiv und ein Umkleideraum mit angeschlossenem WC für die Mitarbeitenden. Die Gemeinschaftspraxis verfügt über vier Sprechzimmer. Sie liegen an der nordöstlichen Seite des Gebäudes und sind über Türen miteinander verbunden. Ihnen gegenüber liegen zwei Räume für Ultraschalluntersuchungen, eine in eine Wandnische eingelassene Kurzwartezone und ein etwas größerer Raum für EKG-Untersuchungen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Praxis und damit nicht an die Außenfassade angeschlossen befinden sich eine Garderobe, die Sanitäranlagen für Besuchende, ein Labor und die zweite Kurzwartezone. Die Wände hinter dem Tresen und den Sitznischen sind mit Natursteinen verblendet, alle anderen Wände wurden weiß verputzt. Durch die Struktur des Grundrisses ergibt sich die Möglichkeit einer guten Belüftung, vor allem auf den höher frequentierten Bewegungsflächen. Die Anordnung aller Räume um den zentralen Empfangstresen herum ermöglicht eine Übersichtlichkeit der gesamten Praxis. In den höher frequentierten Bereichen sind die konisch verlaufenden Bewegungsflächen ausreichend breit dimensioniert, um Begegnungen zwischen Patient*innen bei Bedarf zu minimieren. Die für das Personal und Besuchende entstehenden Wege sind kurz. Durch die Verbindung der Sprechzimmer über Türen können Mitarbeitende im Arbeitsalltag kurze Wege nutzen, wodurch Prozesse erleichtert und die Begegnungen zwischen Mitarbeitenden und Patient*innen reduziert werden. Gleichermaßen ergibt die nach Funktion angeordnete Raumstruktur grundsätzlich kürzere Wege zwischen den unterschiedlichen Räumen. Jedes Sprechzimmer verfügt über eigene Lagerflächen. Die Materialien für den täglichen Bedarf sind so immer in unmittelbarer Nähe verfügbar, sodass einerseits Wege vermieden werden und andererseits die Compliance mit korrekten Arbeitsprozessen unterstützt wird. Da Lauterach eine der am stärksten wachsenden Gemeinden der Region Vorarlberg ist, reichte der über 20 Jahre alte Bestandsbau des örtlichen Kindergartens nicht mehr aus. Das Büro Bernardo Bader Architekten plante am Rande des Landschaftsschutzgebietes Lautacher Ried einen 65 Meter langen Holzelementbau mit Platz für ebenso viele Kinder, der bei Bedarf in den nächsten Jahren erweitert werden kann. Bernardo Bader Architekten ZT GmbH Kindertagesstätte Neubau 2017 Lauterach, Österreich 1.300 m2 65 Kinder In Rosa, Hellblau, Weiß und Gelb sind die vier Eingänge gestaltet, über welche die Kinder im Alter von 15 Monaten bis vier Jahren morgens zu ihren Gruppenräumen gelangen. Von außen sind durch unterschiedliche Raumhöhen vier Gebäudeteile erkennbar. Der größte und dem Altbau zugewandte Abschnitt beherbergt die Gemeinschaftsräume: Speisesaal, Bibliothek, einen multifunktionalen Bewegungsraum und einen Abstellraum für Tretroller, Fahrräder etc. In den anderen drei Gebäudeteilen befindet sich jeweils ein Gruppenraum. Die Erscheinung des langen, hölzernen Riegels erinnert durch seine Dachform und die separaten Eingänge an eine Aneinanderreihung einzelner Häuser – Reihenhäuser für Kinder. Jede Gruppe verfügt über ihren eigenen Eingang, eine Garderobe, einen Bewegungsraum, ein kleines Badezimmer und einen etwa 56 m² großen Gruppenraum mit Küchenzeile. Die Gruppenräume sind wie der Speisesaal und der Gemeinschaftsraum zum Garten hin ausgerichtet und mit einer kleinen Empore als Rückzugsort für die Kinder versehen. Breite Schiebetüren führen auf eine Loggia, die auch bei schlechterem Wetter das Spielen an der frischen Luft ermöglicht. Jeder Gruppenraum verfügt über einen eigenen Freibereich mit integrierten Lagerflächen für Outdoor-Spielsachen. Weitere Lagerflächen befinden sich unter der Empore, in den Gruppenräumen und im Keller des Gebäudes. Die Bewegungsräume liegen wie die Büro- und Besprechungsräume gegenüber der Gruppenräume auf der westlichen Seite des Gebäudes. In der Mitte verläuft ein alles verbindender, breiter Flur. Die Trennwände zwischen Flur und Aufenthaltsräumen sind allesamt aus Glas gestaltet, sodass das gesamte Gebäude – trotz seiner Tiefe von 20 Metern – mit Tageslicht versorgt wird. Bis auf die in Ost-West-Richtung verlaufenden Flure der separaten Eingänge sind alle Räume fünf Meter hoch. Die Wände und die Decke sind bis auf Höhe der Fensterbänder weiß verputzt, darüber mit Weißtannenholz verkleidet. Nur die Bodenplatte und die Teilunterkellerung des Gebäudes bestehen aus Beton. Teile des Flurs und die Böden der Gemeinschaftsräume sind mit Terrazzo ausgekleidet, in den Gruppenräumen entschieden sich die Architekt*innen für einen Bodenbelag aus Eschenholz. Die Fassade wiederum wurde mit Fichtenholz verkleidet. Das Gebäude verfügt über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und erfüllt in Kombination mit einer Wärmepumpe (Sole/Wasser) den Passivhausstandard. Die großen überdachten Freibereiche des Kindergartens ermöglichen das Spielen an der frischen Luft, und der angrenzende Garten ist entsprechend dimensioniert, um dort im Bedarfsfall weitere temporäre Räume errichten zu können. Die dezentrale Erschließung der einzelnen Gruppenräume ermöglicht das Bilden einzelner Kohorten innerhalb des Gebäudes. Da jede Gruppe über eigene Lagerflächen, Sanitäranlagen und eine Küchenzeile verfügt, ist im Bedarfsfall eine Kohortierung möglich. Die Bewegungsflächen sind großzügig dimensioniert, sodass die Kinder ausreichend Bewegungsmöglichkeiten haben und keine ungewünschten Kontakte auf engem Raum entstehen. Durch die klare Struktur mit der zentralen, innenliegenden Erschließung und der Gliederung in einzelne „Häuser“ ist das Gebäude sehr übersichtlich gestaltet. Die kontrollierte Wohnraumlüftung trägt zu einer guten Luftqualität bei, sodass das Infektionsrisiko über luftgetragene Erreger minimiert wird. Bei Bedarf wäre zusätzlich eine Querlüftung über die verglasten Ost- und Westfassaden möglich. An einem Waldrand im Umland von Berlin liegt die Grundschule mit integriertem Hort zwischen Niederheide und Hohen Neuendorf. Die Planung der Schule ermöglichte sowohl einen nachhaltigen Bauprozess als auch eine nachhaltige Nutzung. Die Schule erstreckt sich über 7.400 m2 und wird durch eine Dreifeldsporthalle ergänzt. Seit der Fertigstellung im Jahr 2011 bietet die dreizügig geplante Grundschule ca. 340 Schulkindern Platz zum Spielen, Lernen und Erleben. IBUS Architektengesellschaft mbH, Berlin I Bremen I Rostock Schulbau Kammstruktur Neubau 2011 Hohen Neuendorf, Brandenburg 7.400 m2 ca. 340 Kinder Neben der schwerpunktmäßigen Betrachtung der Energieeffizienz haben die Architekt*innen bei der Planung und Realisierung Wert auf die Aufenthaltsbedingungen für die Schüler*innen und Mitarbeitenden gelegt. Im Fokus standen unter anderem die thermische und lüftungstechnische Qualität sowie die größtmögliche Nutzung von Tageslicht. Ein großzügiger Schulhof umgibt das gesamte Gebäude und weist mehrere Zugänge auf. Die zweistöckige Kammstruktur schließt mit einer Mischung aus einem Flach- und einem Pultdach ab. Angrenzend ist die Sporthalle durch ein umlaufendes Oberlicht um ein halbes Stockwerk erhöht. Die jeweils zweizügigen Jahrgänge der Grundschule sind in einem Flügel des Kamms untergebracht. Ein Kinderhort, die Verwaltung und die Räume des Lehrpersonals befinden sich gebündelt ebenfalls in einem Flügel des Kamms. Ebenso schließt die Sporthalle an einem der äußeren Kämme an. Die Fachräume, Bibliothek, Aula und Küche befinden sich im Verbindungsriegel des Kamms. An die 12 Klassenräume gliedern sich jeweils ein Gruppenraum zur flexiblen Nutzung, eine Garderobe sowie Sanitäranlagen an, sodass pro Klasse ein Cluster entsteht. Das Gebäude weist in mehreren Bereichen optimale Voraussetzungen für den baulichen Gesundheitsschutz auf. Die Kammstruktur bietet die Möglichkeit der Abtrennung von Gebäudeteilen oder Geschossen zur Kohortierung von einzelnen Personengruppen während einer Pandemie oder eines erhöhten lokalen Infektionsgeschehens. Durch die Clusterung von Klassenräumen, Gruppenräumen, Sanitäranlagen und Garderoben können selbst einzelne Klassen teilweise eigenständig zu Kohorten zusammengefasst werden. Eine separate, außenliegende Erschließung für jeden Kammflügel und jedes einzelne Geschoss ermöglicht zudem eine kohortenspezifische Erschließung und den direkten Zugang zum Außenraum. Durch die großzügige Dimensionierung des Außenraumes gibt es die Möglichkeit, im Akutfall temporäre Räume zu errichten. Die dezentrale Verteilung von Lagerflächen und Sanitäranlagen, die integrierten Schränke in den Klassenzimmern sowie die angegliederten Sanitäranlagen ermöglichen kurze Wege im Gebäude und verhindern Begegnungen unterschiedlicher Personengruppen, sodass das Risiko von Infektionsübertragungen reduziert wird. Ein hybrides Lüftungssystem öffnet automatisch zwischen jeder Schulstunde die Fenster. Die Raumausbildung und die Anordnung der Fenster ermöglichen zudem eine gute Querlüftung. In Carnaxide, einer etwa 10 Kilometer westlich von Lissabon gelegenen Kleinstadt, entstand 2007 ein Alten- und Pflegeheim mit 60 Wohneinheiten. Den von der Stadtverwaltung 2002 ausgelobten Wettbewerb gewann das Büro CVDB arquitectos mit einem Entwurf aus zwei in Ost-West-Richtung angeordneten, fünfstöckigen Riegeln und einer außergewöhnlichen Erschließung. CVDB arquitectos, Lissabon Alten- und Pflegeheim Kammstruktur Neubau 2007 Portela de Carnaxide, Oeiras, Portugal 4990 m2 75 Das Grundstück des Centro de Apoio a Terceira Idade liegt in leichter Hanglage am Fuße des Leuchtturms Farol da Mama Sul. Östlich des Pflegeheims befindet sich ein Wohngebiet, im Westen schließt ein Gewerbegebiet mit vielen öffentlichen Gebäuden an. Schulen, Sporthallen, Fußballplätze und ein Schwimmbad liegen in direkter Nachbarschaft zur Einrichtung. In diesem Alten- und Pflegeheim bietet die 1988 von Bürger*innen der Gemeinde Oeiras gegründete Organisation Platz für ca. 75 Bewohner*innen, verteilt auf 60 Appartements. Ziel ist die Integration der älteren Menschen in das Gemeinschaftsleben der Umgebung. Durch seine klare Erschließung über die zwei Treppenkerne und den innenliegenden Flur ist das Gebäude sehr übersichtlich gestaltet. Die Bewegungsflächen zwischen den einzelnen Räumen sind großzügig dimensioniert und gut einsehbar, sodass Begegnungen im Bedarfsfall vermieden werden können. Durch die dezentrale Verteilung der Sanitäreinheiten sind die Wege für die Bewohner*innen kurz, und auch die Prozesse der Mitarbeitenden werden vereinfacht. Die großflächigen Fenster ermöglichen sowohl eine natürliche Be- und Entlüftung als auch eine Querlüftung über die angrenzenden Flurbereiche, wodurch die Luftwechselrate erhöht werden kann. Vor allem das gemeinschaftlich genutzte Erdgeschoss bietet viele Fensterflächen für eine gute Durchlüftung. In einem Vorort südlich von Athen haben KLab Architecture 2017 einen Kindergarten in einer Modulbauweise errichtet. Aufgrund der Wirtschaftskrise wurden Bildungseinrichtungen in Griechenland in den Jahren zuvor weniger gefördert, sodass viele Kinder keinen Zugang zu Betreuungseinrichtungen hatten. Die Modulbauweise erlaubte eine schnelle und kostengünstige Errichtung der Betreuungseinrichtung. KLab Architecture | Athen | London Kindertagesstätte Neubau 2017 Glyfada, Griechenland 400 m2 4 Da es zum Zeitpunkt des Wettbewerbs einen großen Mangel an Betreuungseinrichtungen in Griechenland gab, war der Bedarf an kostengünstigen und kurzfristig zu errichtenden Einrichtungen hoch. Daher lag der Schwerpunkt des Projekts auf der Entwicklung vorgefertigter Module. Die entworfenen Module wurden für den Transport auf einem LKW konzipiert, wodurch sich die Maße ergaben. In ihrem Entwurf haben die Architekt*innen darauf geachtet, eine möglichst einfache Konstruktion sowie gängige Materialien zu verwenden, um die Kosten für die Errichtung und den Betrieb gering zu halten. Die formale Grundlage ergab sich aus den zumeist archetypisch gemalten Vorstellungen eines Hauses von Kindern. Aus dieser Vorstellung heraus entstand die Idee für das Grundmodul. Durch die Zusammensetzung der einzelnen Module zu einem Konglomerat entstand eine neue Typologie im Maßstab von Kindern. Dieses Konglomerat erinnert an ein kleines Dorf innerhalb einer Stadt. Die Grundrissstruktur baut auf einer U-Form auf. Jeweils in den Ecken des Gebäudes befinden sich die allgemeinen Bereiche mit Sanitäranlagen, dem Schlafbereich, der Verwaltung und der Küche. Vor diesen öffentlicheren Bereichen sind kleine Lichthöfe angeordnet. Die Architekt*innen haben zudem Wert auf eine Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenraum gelegt. Eine gezielte Bepflanzung mit Platanen im Hof spendet im Sommer Schatten, und durch weitere Bepflanzungen können die Kinder die Veränderungen der Jahreszeiten wahrnehmen. Den Gruppenräumen vorgeschaltete Pergolen aus Holz bilden private Bereiche im Außenraum, über die die Kinder in das Gebäude eintreten können. Die Typologie ordnet sich zu drei Seiten um einen Hof an, sodass die Kinder aus ihren Gruppenräumen einen direkten Bezug zum Außenraum haben. Hohe Fenster bieten den Blick und Zugang zum Außenraum sowie den Blick vom Hof in die Gruppenräume. Durch die Anordnung um den zentralen Innenhof können die Gruppenräume und einige Nebenräume in pandemischen oder lokalen Ausbruchssituationen dezentral und direkt aus dem Außenraum an Stelle des Haupteingangs erschlossen werden. Der großzügig gestaltete Außenraum bietet außerdem die Möglichkeit, im Bedarfsfall temporäre Räume zu errichten.Praxiszentrum Burglengenfeld
von PURE Gruppe
Architekt*innen
Typologie
Bauvorhaben
Fertigstellung
Standort
BGF
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?
Kinderhaus am Entenbach in Lauterach von
Bernardo Bader Architekten
Architekt*innen
Typologie
Bauvorhaben
Fertigstellung
Standort
BGF
Platz für
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?
Grundschule Niederheide, Hohen Neuendorf
IBUS Architekten
Architekt*innen
Gebäudetypologie
Grundrisstypologie
Bauvorhaben
Fertigstellung
Standort
BGF
Platz für
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?
Am Beispiel des Projektes Grundschule Niederheide von IBUS Architekten wird deutlich, dass der bauliche Gesundheitsschutz als Teil einer nachhaltigen Planung von Bau und Prozess umgesetzt werden kann. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von hoher Relevanz.Tagespflege und Seniorenwohnheim, Carnaxide
CVDB Arquitectos
Architekt*innen
Gebäudetypologie
Grundrisstypologie
Bauvorhaben
Fertigstellung
Standort
BGF
Bewohner*innenzahl
Das Erdgeschoss des Gebäudes beinhaltet zu diesem Zweck neben dem Speisesaal und der Küche Räume für Altersgymnastik und Musiktherapie sowie zur psychosozialen und sozialen Betreuung. Die Behandlungsräume und die Aufenthaltsbereiche öffnen sich großzügig in Richtung des privaten Gartens. Durch das Foyer gelangt man in einen der beiden außenliegenden Treppenkerne, welche die einzige vertikale Erschließung darstellen. Das Erdgeschoss besteht als einziges Geschoss aus schwarzen Schiefersteinen und hebt sich damit auch nach außen hin sichtbar als Sockel der vier darüberliegenden Geschosse ab. Jedes dieser vier Geschosse beherbergt 15 Wohneinheiten. Im ersten Obergeschoss sind 13 vollumfänglich barrierefrei ausgeführte Appartements untergebracht. Diese verfügen über eine kleine Küchenzeile im Eingangsbereich und einen durch Schiebeelemente abgetrennten Schlafbereich, über den man in das rollstuhlgerechte Badezimmer gelangt. Die restlichen Appartements sind mit einer etwas größeren Küche ausgestattet. Hier erschließt ein vom Wohn-/Esszimmer ausgehender kleiner Flur das Schlafzimmer, eine Ankleide und das Badezimmer. Die Besonderheit des Entwurfs liegt im Zwischenraum. Die beiden die Wohnräume beinhaltenden Riegel sind nicht parallel zueinander angeordnet: Der südlichere Riegel kippt leicht ab, sodass sich der ohnehin großzügig dimensionierte Flurbereich zur westlichen Gebäudeseite hin öffnet. Zudem ist der Flur durch unterschiedlich große Einschnitte unterbrochen. Die Wegeführung erfolgt dadurch in einer Zick-Zack-Linie zwischen den beiden Flügeln. Da die Einschnitte von Geschoss zu Geschoss variieren, ergeben sich zwischen den Versprüngen Blickbeziehungen über bis zu drei Geschosse hinweg. Dieser Raum mit seiner vertikalen Transparenz soll einen Ort für informative Gespräche und Versammlungen bilden.Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?
Public Nursery, Glyfada
KLab Architecture
Architekt*innen
Typologie
Bauvorhaben
Fertigstellung
Standort
BGF
Gruppen
Warum handelt es sich um ein Best-Practice-Beispiel?
Drei Grundmodule bilden zusammen einen Gruppenraum. Die Gebäudeteile der Nebenräume mit Flachdach verbinden die Grundmodule und bilden so die Grundrissstruktur. Jeweils zwei Gruppen teilen sich eine Sanitäranlage, sodass diese Gruppen zu einer Kohorte zusammengefasst werden können.
Die bewusst platzierten Fenster bieten bei den meisten Gruppenräumen eine gute Möglichkeit zur Querlüftung, um einen hohen Luftwechsel in den Räumen zu erzielen.